Ausbau Mitsubishi Shogun

Ich Rahmen von veröffentlichten YouTube Videos wurde ich bereits detailliert nach Maßen und Zeichnungen gefragt.

Da muss ich leider enttäuschen. Bei Projekten dieser Art, mache ich allerhöchstens eine Schnell-Skizze, in der Regel beginne ich jedoch bereits

mit Hilfe von Schmierzettel, Zollstock und Bleistift mit dem Bau.


So sah eine erste Skizze aus:


Bei dieser Variante waren noch feste Schubladen vorgesehen.

Was die Maße anbelangt.

Diese sind durch folgende Dinge vorgegeben (grob):


1.) Höhe der umgeklappten Rückbank

2.) Platz zwischen den Radkästen

3.) Verwendete Materialstärken der Platten.


Da dieses Fahrzeug auch ganz normal z.B. zum einkaufen benutzt wird, habe ich beschlossen, fertige Euroboxen zu verwenden.


Als Vorteil habe ich hier für mich gesehen:


1.) Nach dem Einkauf oder auch im Camp einfach die ganze Box samt Inhalt entnehmen.

2.) Keinerlei Rollen, Gleiter oder sonstige Feinheiten die kaputtgehen, oder verschleißen können.

3.) Leichte Ersetzbarkeit, da es diese Boxen fast überall genormt zu kaufen gibt.




Aufgrund der Tatsache das nun (im Gegensatz zur Skizze) Euroboxen zum Einsatz kommen, blieb noch Platz für weitere 2 kleine Stauräume zwischen Euroboxen und Rückbank.

Diese habe ich sehr schnell als neue Heimat für die Elektronik der Solarzelle, so wie für die Solarbatterie auserkoren.

Das zweite Fach bekam noch eine weitere Klappe an der Stirnseite, die sich öffnen lässt wenn man den Sitz nach vorne klappt.

Dort ist der Zweizylinder Druckluftkompressor von Horntools untergebracht.


Doch der Reihe nach ...


Hier zunächst mal am Fundort bei einem Bekannten ....


Mein Bekannter handelt als Hobbybastler mit reparierten Autos.

Diese wollte er verwenden um Autotrailer zu ziehen.

Er arbeitet mit einer Werkstatt in Polen zusammen wo er auch eine Autovermietung hat. Den Motor hatte er bereits überholen lassen, als im gesagt wurde, da er in Polen zwar mit einem Rechtlenker fahren dürfe, diesen jedoch dort nicht anmelden könne (Hat sich dank EU-Recht wohl auch mittlerweile wieder geändert).


Also konnte er diesen jetzt eigentlich nicht mehr brauchen. Einen Rechtlenker wollte aber auch niemand kaufen.


Außer ich. Denn ich hatte ja gerade als Jeep-Kutscher 2 Jahre auf der Insel Gozo, einer Schwesterinsel von Malta gelebt und gearbeitet. Und da fährt man?

Richtig! Rechtslenker. :-)


Nach anklemmen der Batterie sprang der Gute sofort an und es war weder die typische Qualm-Parade zu sehen, noch irgendein anderes Geräusch zu vernehmen wo es nicht hingehören würde. Und eine absolute Laufruhe!


Ich war begeistert.


Dennoch wollte ich ja nicht gleich zuschlagen, sondern mich über den Typ genauestens informieren. Der ein-, oder andere Buchstabe mehr oder weniger am Heck kann diverse Funktionen bedeuten .... oder auch nicht.


Ich habe mich daher zunächst einmal in einem Forum angemeldet. Die beste Entscheidung überhaupt.

Es handelte sich bei diesem Prachtstück um einen 1997er 2,8 Ltr Diesel mit Superselect-Getriebe.

Also 4WD, Untersetzung, Serien-Heck-Diff-Sperre,Mitteldiff-Sperre mit Visco-Kupplung.


Da mußte ich dann zuschlagen!


Da der Gute nach "Import" eine Vollabnahme benötigte, waren diverse Arbeiten nötig.

Die Erläuterungen der diversen Schweißarbeiten an Rahmen und Kostüm nötig.


Auch die Original-Ramme wurde nicht eingetragen, da diese in den britischen Papieren nicht zu finden sind.

Anscheinend ist der Frontbügel dort nicht Eintragungspflichtig.

Allerdings war das auch nicht wichtig.

Denn bei genauerer Betrachtung war schnell klar:


Wenn man mit diesem "Deko-Bügel" was umdrückt , zerlegt man sich in einem Arbeitsgang beide Kotflügelverkleidungen, sowie evtl. die Haube vorne gleich mit.

Also weg damit, bis sich etwas besseres findet.


Dann gab es natürlich noch einen ganz tollen Stein des Anstoßes ....


Eigentlich fand ich dieses Anbauteil richtig prima!

Maul- und Kugelkopfkupplung in einem!


Leider hier nicht erlaubt .... :-(


Also ab ... und im Web schnell etwas "erlaubtes" bestellt.



Nun stand er angemeldet und frisch getüvt in meiner Einfahrt. Es sollte ein vernünftiger Dachträger her. Bezahlbar!

Das ist gar nicht so leicht. Da kann man mal schnell etliche hunderte Euronen verpulvern.


Also habe ich wochenlang jeden Tag mit diversen Suchbegriffen Ebay durchforstet.
















Und eines Morgens fand ich dieses Teil:


Auch diesmal war es mal wieder kurz "vor Ende des Geldes" :-)

Aber da ich zunächst keine anderen Bieter erkennen konnte, habe ich mal 50,00 EUR geboten.


Ein stabiler Aluminium-Träger für LWB-Modelle, incl. der Alu-Heckleiter.

Lediglich drei der sechs Halterungen für die Dachrinne fehlten.

Die Bucht habe ich dann mit dem festen Glauben verlassen: " ... das Teil bekommst Du ohnehin nicht für das Geld..."


Am nächsten Tag erhielt ich dann auf der Arbeit von Ebay die Meldung das ich die Auktion erfolgreich gewonnen hätte und ich solle mich mit dem Anbieter in Verbindung setzen.


Doch zunächst habe ich das Angebot in Ebay nochmals angeschaut ...

Ich hatte den Träger samt Leiter für 1(!) EURO ersteigert.










Einen klitzekleinen Haken gab es allerdings. Das Teil mußte zum Ende der Woche abgeholt sein:


Hier das Problem:



Fast 600(!) Kilometer zur Ladestelle ..... Also hin, mich Abends mit meiner Frau incl. Bier und Wein mit Stühlchen in die Dünen gesetzt und den Abend vorbeistreichen lassen. Für den Transport hatte ein befreundeter Handwerker uns seinen Kleintransporter geliehen.

In diesem haben wir (auf einer Matratze ) dann auch die Nacht verbracht.


Am nächsten Morgen im Ort beim Bäcker gefrühstückt und dann direkt zum Anbieter.

1 EUR in bar übergeben und eingeladen. HAPPY!


Zu Hause angekommen natürlich das Teil mal direkt aufs Dach gesetzt ... Passt! Hammer ... naja damit ging es dann eigentlich erst los .....


Doch bleiben wir zunächst beim Ausbau ...



Zunächst wird eine Grundplatte geschnitten. Diese muss zwischen die Radkästen passen und eine Tiefe haben, von der umgeklappten Rückbank bis zur Innenseite der Hecktür.



Erste Seitenwand exakt winklig montieren. Ich habe alle Verbindungen verleimt und verschraubt.

Für den Zuschnitt wurde eine Handkreissäge mit Schiene verwendet.



Ich habe hier jeweils von rechts und links die Maße einer Euro-Box berücksichtigt. Somit blieb in der Mitte noch etwas Platz.

Dort habe ich dann die beiden Platten als Auflage für die Liegefläche montiert. Gleichzeitig kann man in dem Zwischenraum noch

Kleinteile unterbringen.



Dort wo hier der Akkuschrauber zu sehen ist, wird später die Solarbatterie, die Elektronik (Laderegler etc.) sowie der Kompressor verstaut.



Kleine Blende für die Vorderseite des Mittelteils anfertigen.



Alles verleimen und verschrauben.



Für einen ersten Test Box ins Fahrzeug stellen und nochmal alle Masse überprüfen.

In diesem Fall noch etwas zu hoch, weshalb der obere Rand noch entfernt wurde.



Hintere Blende anpassen.

An dieser Stelle habe ich bereits einen entscheidenden Fehler gemacht, der mir sehr viel Ärger bereiten wird!

Unterhalb der Box (unter dem Teppich) befindet sich die Wartungsklappe für den Tank.

Dafür sollte man unbedingt entweder eine Klappe oder Aussparung vorsehen, damit man später an diese Wartungsklappe gelangen kann.



Mit zwei Reststücken und einem Scharnier teste ich die maximalen Längen und Höhen für die umklappbare Liegefläche.





Mit diesen Teststreifen habe ich die Längen ermittelt. So kann ich nun die Platten zuschneiden.

Das war dann genug für den ersten Tag.


Weiter geht es mit Tag zwei:



Hintere Abdeckung mit Blenden über den Radkästen. So entsteht ebenfalls noch zusätzlicher Stauraum.



Liegefläche, sowie Abdeckung über den Radkästen anpassen.

Hier kann man schön den Konturen der Türinnenverkleidungen folgen.



Liegefläche ausgeklappt. Mit fertigen Abdeckungen für die Radkästen.



Einklappen und Masse erneut testen.



Zusammengeklappte Liegefläche mit hochgeklappter Rückbank.


Fertig mit Tag 2.

Weiter mit Tag 3:


Teppich grob auslegen und dann nach und nach zuschneiden.



Zur Fixierung habe ich Universalfixierung genommen. Gab es preiswert bei Tedox.



Fixierung auftragen, Teppich drauf. Letzte Korrekturen ....



Letzte Zuschnitte und Feinarbeiten.



Ende Tag 3 und Ende des Grundausbaus.


Ergebnis war bereits im Titelbild zu sehen:


Schaut auch gerne die anderen Artikel an. Ich werde so ziemlich jedes Detail der diversen Anbauteile beschreiben.




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