Solaranlage für Wohnwagen zusammenstellen

Als die Solaranlage mit Regler noch im Dachkoffer des Pajero eingebaut war, hatte ich die Box im Freien stehen um daran zu arbeiten.

Zwischendurch mußte ich dann dringen weg um etwas zu erledigen. In der Zwischenzeit hatte es allerdings eine Regenschauer gegeben.

Da ich den Deckel der Dachbox noch offen gelassen hatte ist mir Wasser in den Laderegler gelaufen.

Dieser hat daraufhin seine Funktion eingestellt und auch das Anzeigemodul mit in den Tod gerissen.


Also mußte ein neuer Laderegler her. Ich war eigentlich immer zufrieden mit den MPPT-Reglern von Votronic.

Im Fahrzeug machte dieser auch SInn da er auch einen Ausgang hatte um die Starterbatterie mitzuladen.


Da für den Wohnwagen noch zwei weitere Solarpanels dazu kommen sollten (insgesamt dann ca. 300W), fiel meine Entscheidung

auf einen Regler von Victronic .

Es handelt sich um den MPPT 100/15 mit Bluetooth-Schnittstelle.

Über diese können die Daten mittels einer kostenlosen App ausgelesen, bzw. auch die Echtzeitdaten eingesehen werden.

Ein separates Anzeigemodul samt Kosten fallen weg.


   


Der Regler verfügt über einen eingebauten Temperatursensor. Sollten sich also Batterie und Regler im gleichen Temparaturniveau befinden,

muss kein externer Sensor gekauft/verbaut werden.

Über die Bluetooth-Schnittstelle läßt sich dann auch z.B. eine Temparatursensor anschließen:


Victronic Batterysensor.

Die Halterungen für die Solarpanels kann ich bei den momentanen Witterungsbedingungen ohnehin nicht verkleben.

Also überwintert die Anlage in der Garage. Das einzelne Solarmodul was ich bereits hatte, steht nun auf dem Garagendach.


Ich habe mir nun eine Kiste gebaut die die Solarkomponenten aufnimmt.

Diese paßt von der Bemaßung später prima in den Kleiderschrank des Wohnwagens.



Was habe ich hier verbaut?




Der Batteriewächter ist ausschließlich für den Anschluß des Wandlers vorgesehen und ist mit dem Lastausgang des Reglers verbunden.

Dies galt nur für den alten und kleinen 300Watt Inverter. Der neue Inverter ist mit 25mm Quadratkabel direkt an der Batterie angeschlossen.

Diese Kabel sind lediglich 20cm lang. Der Inverter befindet sich direkt neben der Batterie.


Der Batteriewächter ist direkt mit der Batterie verbunden.

Der Pluspol des Solarreglers steuert Sensor+ des Batteriewächters.

So kann der Regler den Wächter trennen falls er es nicht bereits selbst getan hat.

Alle anderen Verbraucher werden mittels Plus- , und Minus-Distributor direkt am Lastausgang angeschlossen.


Kasten mit verschlossenen Geräten und aufgeschraubter Plexiglasscheibe:



Die Leerrohre dienen der einfacherern Verkabelung bei nachträglichem Anschluß für Verbraucher.

Der Kasten selbst ist aus 15mm Siebdruckplatte.


Als Batterie verwende ich eine zyklenfeste Solarbatterie mit 125AH.

Einziger Verbraucher momentan ist eine Engel Kompressorkühlbox.


Über die App kann man sich wunderbar in Echtzeit den Verbrauch aller Geräte am Lastausgang anschauen.


Der Artikel wird dann im Frühjahr ergänzt wenn ich die Panels montieren kann.



Update 03.03.2019:


Die fehlenden Dinge für das Projekt sind bestellt.

Einiges ist angekommen, der Rest kommt wohl am Montag.


Dazu gekommen ist ein Inverter:



Für die Solarbatterie habe ich noch eine Kiste gebaut damit diese sicher unter dem Bett verstaut werden kann:




Dieser Kasten wird unter dem Bett mit dem Unterboden des Wohnwagens verschaubt.


Einen Test der Komponenten habe ich gestern Abend durchgeführt:



Bislang hängt ja nur mein 100W Panel an der Anlage.

Es kommen jetzt noch zwei 130W Monochristalline Panele dazu.


Diverse Werkzeuge habe ich gestern erfolgreich getestet.

Was heute noch aussteht ist der Test unserer Kaffeemaschine (PAD).


Bei der Planung der ganzen Geschichte ist mir nun noch aufgefallen, das ich ja keine Umschaltung

vom Landstrom zum Strom vom Inverter habe.


Daher kommt noch dieser Umschalter dazu:



Hier werden sowohl Landtrom als auch Ausgang des Inverters angeschlossen.

Der Ausgang kommt wieder an den Anschluss wo zuvor der Landstrom angeschlossen war.


Ist Landstrom draußen angeschlossen wird der Inverter vom Bornetzt getrennt.

Falls nicht kann ich diesen mit der Fernbedienung einschalten und habe an den bisher

bekannten Stellen im WoWa Strom (230V).


Alle anderen 12V Verbraucher klemme ich vom internen Netzteil ab und schließe es an meine Solaranlage an.


Dann brauch ich nur noch ein paar Tage schönes Wetter ... Update folgt.


Update 03.05.2019


Der Inverter funktionierte bei den Tests mit den dicksten Werkzeugen.

Leider jedoch ausgerechnet nicht mit unserer Senseo-Kaffemaschine.

Es lag halt daran das der Inverter keine reine Sinus-Welle lieferte.


Hier mal der Vergleich:


EDECOA Inverter EDECOA Inverter


Der obere funzt, der untere nur für ohmsche Verbraucher (Werkzeuge etc).


Wer also so etwas plant sollte auf jeden Fall darauf achten, das der Inverter eine reine Sinuswelle erzeugt.

Einige Verbraucher mit Elektronik "verstehen" den Strom so nicht. ;-)


Wir hatten nun bereits ein paar Tage schönes Wetter, so das ich die einzelnen Komponenten vom Winterquarrtier (Garage) in

den Wohnwagen umbauen konnte.


Ich habe am Tablet ein kleines Organigramm erstellt, damit man sich in etwa vorstellen kann was ich da zusammengebastelt habe:


Organigramm Eriba Nova


Was noch fehlt ist das Windrad. Zum einen habe ich mich noch nicht für einen Typ entscheiden können, zum Anderen aus kostengründen.


Ich bin ja nicht nur das Thema Strom/Solar angegangen, sondern habe auch die Wasserversorgung umgestrickt.

Dazu gibt es dann jedoch einen separaten Artikel.


Zunächst noch etwas grundsätzliches:



Der erste Schritt lautet: Verbraucher minimieren. Hier habe ich sämtliche Leuchten im Wohnwagen durch LED ersetzt.

Bei den vier Leuchten in den Ecken bedeutet dies z.B.: Von 4 x 25 Watt Halogen (100 Watt) auf 4 x 5 Watt LED (20 Watt).


Die vier Birnen der Badezimmerbeleuchtung habe ich mit 4 SMD-Leuchten zu je 0,7(!) Watt getauscht.

Auch die Vorzeltlampe wird künftig so nicht mehr genutzt.

Es wird eine LED-Vorzeltleuchte mit 3,6 Watt verwendet. Diese läuft dann ebenfalls über die Solaranlage.


Mein "Schaltschrank" ist nun umgezogen:


Schaltschrank Schaltschrank Eriba Nova - Solar


Ich habe jedoch das meiste der Verkabelung erneuert. Durchgehen 6 q/mm.


Lage Solarpanels 360 W Solarpanels


Ich habe mich bei der Bestellung der Komponenten natürlich auch ein wenig an den Preisen orientiert.


Was ich nicht wieder tun würde:


Diese Befestigungsecken verwenden. Sie erfüllen ihren Zweck. Allerdings verbrauchen diese natürlich direkt mehr Platz auf dem Dach.

Also die durchgehenden Spoilerprofile halte ich mittlerweile für besser.

Die Ecken habe allerdings einen kleinen Vorteil:


Man ist etwas flexibler wo man mit den Kabeln raus kann.


Geklebt habe ich mit "Würth klebt und dichtet Power " in weiss. UV-stabil und farbecht.

Gereinigt habe ich mit Azeton und Silikonentferner.


Und ja ... ich habe auch Sikaflex und Aktivator etc. hier. Aber der Würth-Kleber ist Bombe!

Vollkommen ausreichend! Man kann natürlich auch aus allem eine Religion machen.

Aber was hält, hält halt. ;-)


Dachdurchführung:


Dachdurchführung Solar 2 x 6/qmm Dachdurchführung Solar 2 x 6/qmm


Man sieht: Es ist mit Aceton auf dem alten Eriba wirklich "sehr" sauber geworden ...

Auch die Durchführungen mit den Dichtungen habe ich mit Kleber versehen.

Die Bohrungen im Dach sind so knapp bemessen das es wahrscheinlich auch ohne Kleber nicht undicht wäre.

Ich habe jedoch hier nicht am Kleber gespart.




Die Batterie befindet sich nun unterhalb des Bettes im zuvor gezeigten Batteriekasten.

Dieser wurde fest mit dem Boden verschraubt.


Der Inverter befindet sich mit sehr kurzen 25 q/mm Kabeln unmittelbar neben der Batterie.

Geschaltet wird dieser (falls benötigt) mit Hilfe der mitgelieferten Fernbedienung.


EDECOA Inverter Fernbedienung EDECOA Inverter Fernbedienung


Der Ausgang des Inverters ist am nicht priorisierten Eingang des Landstromrelais angeschlossen.

Das mitgelieferte Anschlusskabel war zu kurz.

Es handelt sich um ein "normales" Netzwerkkabel (RJ45). Also 100 MBit, nicht gebrückt.

Ich habe mir einfach ein passendes gecrimpt. Dazu braucht man allerdings das Werkzeug und die Nerven.

Ich hasse es jedes mal ... :-)


Ich habe mein Tablet in den Wohnwagen verschoben incl. der App für den Victronics-Regler.


Victronics APP Victronics APP


Schöne Übersicht über alle aktueller Verbraucher.

Da (fast) alles am Lastausgang des Reglers hängt, kann man den aktuellen Stromverbrauch immer direkt ablesen.

Nebenher dient das Tablet als Router für den Internetzugang und man kann wenn man möchte Spotify oder Netflix aktivieren.


(Glaube ich brauche noch etwas amtliches zur akustischen Verstärkung mit Bluetooth ...)


So ... Apropo Tablets, Handys, Lampen etc ....


Ich habe mir dann noch eine Ladestation "gebastelt"


12 V Ladestation für "Mobiles und Lampen" 12 V Ladestation für "Mobiles und Lampen"


Hängen ebenfalls an der Solarbatterie und können per Schalter Aktiviert/Deaktiviert werden.


Darüber gibt es jedoch dann auch einen separaten Artikel (Link folgt).

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